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#weilwirdasmachen

Hilfe, die ankommt.

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Unermüdlicher Einsatz für die Ukraine

Ein Stuttgarter Ehepaar organisiert seit Kriegsbeginn in der Ukraine immer neue Hilfstransporte. Weil die Spendenfreude schwindet, muss es kreativ vorgehen - notfalls mit Humor.

Ein Artikel von Matthias Schiermeyer in der Stuttgarter Zeitung vom 02.06.2026

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Spendensammler in Stuttgart

Braune Schachteln bestimmen seit vier Jahren und drei Monaten ihr Leben: Kartons, Kartons, Kartons - jeder vollgepackt und mit Inhaltsverzeichnis beschriftet. Seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine betreiben Switlana und Florian Dietz einen Umschlagplatz für Spendenpakete, die sie alle paar Wochen mit ihrem "Obelix" getauften VW-Crafter gut 1300 Kilometer weit von StuttgartMöhringen gleich hinter die Westgrenze des kriegsgeschundenen Landes bringen. Eineinhalb Tage hin, eineinhalb Tage zurück- jeweils begleitet von Freunden und Bekannten, damit beide nicht gleichzeitig fahren müssen.

45 Hilfstransporte machen insgesamt 12150 Kilometer

Seit Kriegsbeginn dürfen sie die Garagen sämtlicher Nachbarn als Zwischenlager nutzen. Von Babynahrung und Schulsachen über Krücken und feste Schuhe bis hin zu Fußwärmepads, Schlafsäcken und Feldbetten -Alltagshilfen werden in vielerlei Hinsicht gebraucht. 45 Spendentransporte nach Lwiw (Lemberg) sind es bisher gewesen, macht insgesamt 121500 Kilometer. 3240 Stunden unterwegs, begleitet von Freiwilligen aus dem Freundeskreis. Dazu das Vor- und Nachbereiten mit Einkauf, Zoll- und Steuererklärungen. "Unser Leben hat sich auf links gedreht", sagt Florian Dietz.

Seine Frau Switlana ist Ukrainerin, seit 1994 in Deutschland zu Hause -weit weg von der gesamten Familie. Der Bruder Stepan etwa lebt in Lwiw, die Mutter ist vor zwei Monaten dort verstorben. Sofort nach dem Anfangsschock über die russische Invasion ist sie damals losgezogen: "Der erste Einkauf war hier in der Apotheke in Möhringen, wo ich mit 1000 Euro in der Hand hineinmarschiert bin, um Verbandsmaterialien einzukaufen", schildert die 54-Jährige. "Da wurde ich erst einmal mit großen Augen angeschaut, habe aber gleich 30 Prozent auf die gesamte Ware bekommen." Das war am 26. Februar 2022, dem zweiten Tag nach Putins Angriff. Professionelle Hilfsorganisationen, die sie sogleich kontaktierte, erschienen ihr nicht flexibel genug.

Statt Schmerzmitteln und Wundauflagen wie am Anfang werden heute eher Elektrogeräte -Solarpanele, Notstromaggregate, Powerstations -sowie viele haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel bis hinter die polnisch-ukrainische Grenze transportiert. Dort registriert der ukrainische Zoll penibel, was ins Land kommt, um das Aufblühen von Schwarzmärkten zu verhindern. Dann bringen zwei ukrainische Hilfsorganisationen die Kartons ins Kriegsgebiet-vor allem in die Region Charkiw, wo es in Krankenhäusern, Flüchtlingsunterkünften und Kinderhäusern am Nötigsten mangelt. Im Detail dokumentieren sie, dass all die Hilfsgüter an ihren Bestimmungsorten angekommen sind.

Praktisch jeder Ukrainer kennt tragische Schicksale

In diesen Tagen sind russischer Terror und ukrainisches Leid besonders allgegenwärtig. Tod, Verletzungen oder zumindest Fronteinsätze gibt es in vielen Familien. Praktisch jeder Ukrainer kennt solche Schicksale: Der Sohn eines Cousins sei mit 22 Jahren einberufen worden, schildert Switlana Dietz. Nun ist er infolge einer Verwundung auf einem Auge erblindet und wurde aus der Armee entlassen. Der jüngere Bruder eines guten Freundes sei 2022 freiwillig an die Front gegangen und spurlos verschwunden. "Es gibt ganz viele, die einfach nicht mehr leben."

Alles in allem wurden rund 905 000 Euro eingesammelt

Hierzulande schrumpft dagegen die Spendenbereitschaft, weil die mediale Aufmerksamkeit für den Krieg verdrängt wird von anderen Schlagzeilen. Rund 380 000 Euro hat die Möhringer "Ukraine Direkthilfe" im ersten Jahr gesammelt, danach ging das Spendenaufkommen rapide zurück. In diesem Jahr sind seit Januar um die 66 000 Euro eingegangen.

Alles in allem wurden - mit Unterstützung von Freunden aus Garmisch - etwa 905 000 Euro gespendet, die in Form von Hilfsgütern direkt den notleidenden Menschen zugute kamen. Es werden keinerlei Verwaltungskosten abgezogen, nicht einmal Aufwendungen für die Unterbringung auf den Fahrten; allein der Diesel für den privat gekauften "Obelix" wird aus den Spendengeldern beglichen. Sachspenden werden nur ganz gezielt und sehr bedarfsgerecht mitgenommen, etwa die medizinischen Geräte einer stillgelegten medizinischen Praxis und mitunter gebrauchte Kleidung.

"Aktion Deutschland hilft" sieht übliches Spendenphänomen

Nachlassende Spendenfreude zeigt sich auch bei den Großen wie der „Aktion Deutschland hilft“ : Zwar sei der Spendenaufruf „Nothilfe Ukraine“ mit weit mehr als 300 Millionen Euro der erfolgreichste seiner Geschichte, doch sei ein konstanter Rückgang zu verzeichnen gewesen, heißt es von dem Bündnis aus gut 20 Hilfsorganisationen. Während im ersten Kriegsjahr 253 Millionen Euro eingingen, waren es im Vorjahr nur noch knapp 14,8 Millionen Euro.

Es ist ein krisenunabhängiges Spendenphänomen: "Unmittelbar nach einer Katastrophe ist die Solidarität am größten, während sich danach ein Gewöhnungseffekt einstellt." Spendenbereitschaft werde ganz erheblich von der öffentlichen Aufmerksamkeit und medialer Berichterstattung beeinflusst, sagt der Sprecher des Bündnisses. So lasse sich auch beobachten, dass Konfliktherde wie Gaza humanitäre Krisen in anderen Regionen aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängen können. "Bei der Ukraine ist dieser Effekt allerdings eher gering, da die Menschen auch durch andere Faktoren wie der geografischen Nähe, stärkerer emotionaler Bindung und der anhaltend regelmäßigen Berichterstattung eine ausgeprägte Verbundenheit mit den Menschen in der Ukraine empfinden und das Thema dadurch weiterhin sehr präsent ist."

Zufriedenstellendes Spendenergebnis trotz des Rückgangs

Immer wieder gebe es kurzzeitige Anstiege, zuletzt rund um den Jahrestag des russischen Angriffskriegs am 24. Februar. 2026 seien bis Ende Mai mehr als acht Millionen Euro für die "Nothilfe Ukraine" eingegangen -gemessen an der langen Zeitspanne seit Kriegsbeginn sei dies "ein außergewöhnlich gutes Ergebnis". Ähnliches stellt „Ärzte ohne Grenzen“ fest: "Für die Ukraine gab es nach einer sehr großen Spendenbereitschaft im Jahr 2022 einen kontinuierlichen Rückgang der Anfragen."

Um Geber zu motivieren, lässt sich das von einem Förderverein und Freunden unterstützte Ehepaar Dietz einiges einfallen: Glühweinstände, Ostermärkte, Sonderaktionen wie den Verkauf einer speziellen Briefmarke. Für den 8.Juni planen sie einen zweiten Kabarettabend im Stuttgarter Hospitalhof: "Humor mit Herz“".

Humoriger Abend für den guten Zweck

Sind Witze angebracht, wenn von Cherson bis Kiew Bomben explodieren? "Wenn man nicht mal mehr lachen kann, ist Ende", sagt Switlana Dietz. "Wo soll sonst noch Optimismus herkommen?" Auch in der Ukraine seien Humorsendungen im Fernsehen sehr beliebt - ähnlich wie Tanzveranstaltungen für die Jugend. "Lachen gibt Kraft, um neue Dinge anzukurbeln", sagt Florian Dietz, von Beruf Rechtsanwalt. Sonst drohe die Depression.

Wie lange denn kann die Ukraine diesen Krieg noch durchhalten? "Oh je, diese Frage stelle ich mir schon seit vier Jahren tagtäglich", erwidert seine Frau. Auch wenn es immer schwerer falle, bleibe sie dennoch optimistisch - in der Hoffnung, "dass es für meine Heimat irgendwie noch gut ausgeht“. Dazu müsse aber auch der Druck auf Russland dermaßen erhöht werden, dass dort die Wirtschaft zusammenbricht".

Solange gespendet wird, wollen sie durchhalten

Der nächste Transport soll wenige Tage nach der Benefizgala losgehen. Solange gespendet wird, wollen sie durchhalten. "Zum Glück sind die Menschen, die uns schon am Anfang unterstützt haben, größtenteils noch dabei." Hin und wieder vernehmen sie Überdruss in ihrem Umfeld: "Lass mich in Ruhe damit- ich kann es nicht mehr hören“, heißt es dann. Wir zwei können es auch nicht mehr hören", sagt die 54-Jährige. "Aber wir können nicht einfach sagen: Dann hören wir halt auf."

Spendenabend "Humor mit Herz" am 8. Juni

Benefizabend

Am 8. Juni (Beginn 19 Uhr) veranstaltete Switlana und Florian Dietz sowie ihre Mitstreiter im Stuttgarter Hospitalhof zum zweiten Mal einen Spendenabend "Humor mit Herz". Der gesamte Erlös von 51.482,- Euro kommt der "Ukraine Direkthilfe" zugute.

Unser Ziel:Jeden Monat ein Transport von Hilfsgütern.

Warum wir das machen: Jede Spende und Unterstützung ist überlebenswichtig und hilft, die Not der Menschen in der Ukraine zu lindern.

"Wo zum Himmel bitte ist die grüne Versicherungskarte für die Wiedereinreise in die EU?"

Nur eine Kopie gefunden, die seit 2 Monaten abgelaufen ist. Es entstand eine einstündige Wartezeit, währenddessen weigerten wir uns, wie von den Grenzern verlangt, eine polnische Ersatzversicherung bar Vorort zu zahlen. Unsere Hartnäckigkeit wurde belohnt, nach dreimaligen gefilzt Werden durften wir endlich wieder einreisen.
Peter, 1.4.2022

UKRAINE DIREKTHILFE

Eine Aktion von Round Table, Old Tablers 82 Stuttgart & Helferkreis Garmisch

Hilfe, die ankommt.

In der Ukraine werden vor allem medizinische Hilfsmittel benötigt: zur Versorgung von Verwundeten, Flüchtlingen und sonstigen Bedürftigen.
  • Wir erwerben mit Ihrer Spende insbesondere medizinische Hilfsmittel zum Einkaufspreis
  • Wir fahren persönlich an die polnisch-ukrainische Grenze
  • Wir übergeben die Hilfsmittel in Lemberg an ukrainische Helfer
  • Wir garantieren die direkte Verteilung an Krankenhäuser & Flüchtlingsunterkünfte vor Ort und die Weitergabe in das Kriegsgebiet

Wir organisieren den Erwerb, die Logistik und die reibungslose Verteilung über persönliche Kontakte zu Helfern in Lemberg. Seit Beginn des Krieges fahren wir jeden Monat von Süddeutschland an die polnisch-ukrainische Grenze und konnten bereits Hilfsgüter im Wert von 833.000 € zuzüglich Sachspenden nach Lemberg bringen.

Wir setzen uns dafür ein, dass alle eingegangenen Spenden auch wirklich dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Jeder Cent, jeder Euro bedeutet Hilfe für unschuldige Menschen, denen so viel Leid zugefügt wird.

Wir versprechen: Jede Lieferung kommt an – garantiert!

Switlana und Florian Dietz
Gründer der Ukraine Direkthilfe

Eine Tour in zwei Minuten:

Videomaterial von Nikolaus Grünwald

Eintausendzweihundert undsiebenundsechzig Kilometer. Vierzehn Stunden.

Übergabe der Hilfsgüter: Von Stuttgart zum Grenzort Przemyśl. Dort wird die Ware an den ukrainischen Hilfstransport übergeben und umgeladen. Von dort aus geht es zuerst nach Lemberg weiter, von dort wird die Ware direkt in die Kriegsgebiete transportiert.

„Mir geht der Arsch auf Grundeis.“

Mit einem vollbeladenen 7,5 Tonner nachts bei Schneesturm und schneebedeckter Autobahn unterwegs – für 200 km 5 Stunden Fahrtzeit.
florian, 20.01.2023.

Unser Netzwerk.

  • Der Kontakt.

    Über die ukrainische Kontaktstelle eines Versorgungstrupps in Lwiw (das frühere Lemberg) erhalten wir detaillierte Listen mit dringend benötigten Hilfsgütern. Dieser Kontakt wird über die beiden Ukrainer Switlana Dietz und ihren Bruder Stepan organisiert, der für die ukrainische Mobilmachung rekrutiert wurde.
  • Die Hilfsgüter.

    Wir transportieren zumeist medizinische Produkte, warme Schutzkleidung, Outdoor- & Camping-Bedarf, haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel, etc. Es wird darauf geachtet, dass die Hilfsgüter den Bedürfnissen vor Ort entsprechen. Sobald ausreichend Spenden auf dem Spendenkonto des Fördervereins von Old Table 82 Stuttgart eingegangen sind, kaufen wir auf dem deutschen Markt, oft auch im Großhandel, exakt die Produkte, die von der aufnehmenden Seite in der Ukraine angefordert werden.
  • Planung und Organisation.

    Die Transporte erfordern viel Planung und Vorbereitung. Die Hilfsgüter werden oft im privaten Netzwerk, aber auch von Firmen gesammelt, transportfähig verpackt und in Ukrainisch beschriftet. Die Grenzformalitäten werden aufbereitet und von den staatlichen Stellen freigegeben.
  • Die Transporte.

    Mithilfe von Mitgliedern des Service-Clubs, aber auch vielen Freunden und Bekannten, fahren wir die Hilfsgüter an die polnisch-ukrainische Grenze. Die Lkws werden freundlicherweise von verschiedenen Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt.
  • Die Weiterverteilung.

    Die Ukraine Direkthilfe wäre ohne unsere Partnerorganisationen vor Ort nicht möglich. Sie kennen die lokalen Bedürfnisse und arbeiten eng mit uns zusammen, um die Hilfsgüter effektiv zu verteilen. Drehkreuz ist Lemberg, von dort aus werden die Waren in die Kriegsregionen weitertransportiert.

"Kein schlechter McDonald’s Kaffee schmeckt soo gut, wie der nach der Grenzabfertigung auf der polnischen Seite"

Uta und Switlana, 9.2.2023

Verwaltungsfrei, zu 100% ehrenamtlich und jederzeit transparent.

Wir stehen dahinter: die Service-Clubs Round Table und Old Tablers 82 Stuttgart und der Helferkreis Garmisch-Partenkirchen.

„Wir wussten nicht, was uns erwartet, aber wir waren überzeugt das Richtige zu tun. Wir wussten, dass unsere Hilfe ankommt, weil wir persönlich dafür sorgen!"

Andreas

#weilwirdasmachen

Wir helfen aus Leidenschaft.

Old Tablers Deutschland (OTD) ist eine parteipolitisch und konfessionell neutrale Vereinigung und eng verbunden mit der Organisation Round Table Deutschland (RTD). Die Mitglieder der einzelnen Clubs, so genannte „Tische“, sind geprägt von Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung, Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz.

Diesen Werten fühlen sich die Tabler in ihrem Handeln und Tisch leben in hohem Maße verpflichtet, getreu dem Motto:
unite, maintain, promote – Vereinen, Aufrechterhalten, Fördern

Dank Stefani Bär und Uta Keller hat sich über ein Mitglied von Old Table eine eigenständige Helfergruppe in Garmisch-Partenkirchen gebildet, die sich mit den Stuttgartern gemeinsam für das Hilfsprojekt Ukraine Direkthilfe von Beginn an engagiert und massgeblich mitgeholfen hat, das Projekt zu gründen.

Die Menschen in der Ukraine brauchen uns!

Um unsere Hilfeaktion fortsetzen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen. Jeder Betrag, ob groß oder klein, hilft, das Leben der Menschen in der Ukraine ein wenig besser zu machen. Mit Ihrem Beitrag können wir weitere Transporte mit Hilfsgütern finanzieren.

"Wir empfinden Erleichterung auf der Rückreise, aber auch Beklommenheit: während wir wieder zu unseren Familien zurückdürfen, müssen die anderen auch zurück, aber um ihr Land zu verteidigen."

Matthias, 26.04.2023

Unser Ziel ist es, jeden Monat eine Lieferung von Hilfsgütern nach Lemberg zu bringen.
Mit Ihrer Unterstützung.

Wir garantieren: jeder Euro kommt innerhalb kürzester Zeit direkt bei den Menschen an, die unsere Hilfe am dringendsten benötigen. Wir haben keine Verwaltungskosten und auch keinen Spendenberg. Helfen Sie uns, helfen Sie den Menschen in der Ukraine! Jeder Cent, jeder Euro bedeutet Hilfe für unschuldige Menschen, denen unfassbar viel Leid zugefügt wird.

Spenden Sie an unseren gemeinnützigen Förderverein Old Tablers 82 e.V. und Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenquittung!

DE56 6006 0396 0066 6860 08

PayPal: ukrainespende@ot82.de

Kennwort: Ukraine Direkthilfe

"Wie bei jedem Transport galt der Standard: geschlafen wird erst auf dem Rückweg."

Peter, 1.4.2022

Probieren sie es aus.

Ob Geburtstag, Hochzeit, sportliches oder Firmenevent: Spendenaktionen sind eine tolle Möglichkeit, sich für Menschen in Not einzusetzen. Für die Ukraine Direkthilfe haben zahlreiche Privatpersonen, Unternehmen und Vereine mit kreativen Aktionen zu Spenden aufgerufen, um die Betroffenen zu unterstützen. Genauso können Sie auch mit Ihrer Spendenaktion weitere Hilfstransporte ermöglichen und Menschen in der Ukraine helfen.

Information zum Verteilen.

Optimiert für das Handy haben wir die Informationen nochmals zusammen gestellt.
Zum Verteilen in Deinen/Ihren Netzwerken.

„Was machen eigentlich die vielen Zöllner, während wir, ohne einen Meter Fortschritt, für Stunden warten?“

Frank, 13.8.2022

Der persönliche Reisebericht zum Nachlesen

Wir sind Freunde, unterwegs mit einem klaren Ziel und Auftrag, die Hilfsgüter sicher in die Ukraine zu bringen. Freitag früh, morgens um 6 Uhr, vor einem Einfamilienhaus in Möhringen knattert der bis unters Dach vollgeladene Diesel-Lkw, ein 3,5-Tonner. Der Peugeot Boxer wird liebevoll die „rote Rennsemmel“ genannt. Wir fahren immer im Tandem, so kann man sich abwechseln. Die Schweinwerfer erhellen die Dunkelheit: es geht los!

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Eine Fahrt, die einen verändert.

Freunde unterwegs

Eine ungewohnte Nähe, wenn man stundenlang nebeneinander sitzt. Wir sind ja keine Lkw-Fahrer, sondern Freunde, die nun auf einmal viel Zeit haben, sich auf der Fahrt ihre persönlichen Geschichten auszutauschen. Mit jedem gefahrenen Kilometer rückt der Büroalltag weiter in die Ferne. Es ist aber kein Roadtrip, es ist eine Hilfsfahrt: auf der Pritsche hinter uns sind viele Kartons mit Medikamenten wie Paracetamol oder Ibuprofen, Tourniquets (Stauschläuche oder Aderpressen, um die Blutung zu stoppen), Druckverbandsmaterialien, ausrangierte Krankenbetten, Krücken, Winterausrüstung mit 30 Schlafsäcken, Isomatten, 60 Paar Sicherheitsschuhe, warme Kleidung, Regenponchos, Notfallsysteme mit Wasserfiltern, Taschenlampen und Powerbanks, aber auch Windeln für Kinder; Warenwert ca. 35 - 40.000 Euro. Das meiste gekauft von Spendengeldern der Aktion Ukraine Direkthilfe: die Medikamente von Ärzten über den medizinischen Großhandel, der Rest sind oft Sachspenden aus dem privaten Netzwerk.

Wir fahren über Heilbronn nach Dresden bis wir gegen Mittag die Neiße und die deutsch-polnische Grenze überqueren: Links und rechts der Autobahn sind unzählige Wildzäune, kilometerweite grüne Wiesen mit gelben Rapsfeldern. An so bekannten Städten wie Breslau, Kattowitz und Krakau vorbei: wir streifen die mit uns für immer verbundene Geschichte mit traurigen Gedanken. Und heute ist wieder Krieg. Das ist der tragische Grund unserer Reise und Westernhagen singt aus dem Lautsprecher: „Freiheit, Freiheit ist das einzige, was zählt!“

Es wird bereits wieder dunkel und wir überholen langsam fahrende Armeefahrzeuge, die im Konvoi ebenso nach Osten fahren: man sieht nicht, was sie geladen haben, aber wir vermuten von den Ukrainern erbetene Waffen. Auf der rechten Seite geht es zu einem großen Flughafen, Rzeszów, mit vielen Militärflugzeugen, davor viele angeflogenen, ausgeladene Paletten. Am frühen Abend erreichen wir unser 2**-Hotel mit Ostblock-Charme in unmittelbarer Grenznähe: ein großer, kitschiger Ballsaal, in dem sicher an Wochenenden oft Hochzeiten gefeiert werden. Wir lernen einen Franzosen, Francois, kennen, der mit einem alten, gebraucht gekauften Krankenwagen krebskranke Ukrainer aus dem damals noch umkämpften Charkiw nach Frankreich fährt. Unser Lkw steht vor dem Hotel, unbewacht: hoffentlich stiehlt uns keiner die Ware…

Am Samstag Morgen geht es direkt an die polnisch-ukrainische Grenze: ein Schock! 10 Km Auto- und Lkw-Schlange! Wir ziehen mutig vorbei, weil wir keinesfalls uns einreihen und warten können – bis die polnische Polizei uns stoppt und uns anweist zurückzufahren. Wir verweisen auf unsere dreisprachigen Hilfsschilder: Humanitäre Hilfe, pomoc humanitarna auf Polnisch, гуманітарна допомога auf Ukrainisch. Der Zöllner will nur unseren Namen wissen und winkt uns durch, Glück gehabt. Dennoch ist eine lange Warteschlange vor der Grenze mit 3 Linien: links kommen unzählige Flüchtlinge aus der Ukraine, Frauen und Kinder, Alte. In der Mitte stehen die Einreisenden – neben uns auch viele andere europäischen Helfer, nicht nur die großen Hilfsorganisationen, sondern auch viele kleinere wie wir. Ganz rechts die Ukrainer, die wieder zurückwollen, teilweise mit nagelneuen Autos.

Die rot-weißen Grenzbäume gehen auf und zu, alles sehr zäh. Nach 2 Stunden passieren wir die Grenze, direkt dahinter im sogenannten „Niemandsland“ warten bereits Stepan, der Bruder von Switlana Dietz und seine Kameraden des Versorgungstrupps, die die Ukraine nicht verlassen dürfen. Davor aber müssen wir alle Zollformalitäten bewältigen: von Digitalisierung keine Spur! Alles mit Listen, Kopien, Stempeln und Laufzetteln. An den Wänden verblichene, zerrissene Karten der Ukraine – natürlich noch in den alten Grenzen vor 2014 mit der Krim und den Ostgebieten, die nun Russland mit seiner vermeintlichen „Spezialoperation“ kriegerisch rausschneiden möchte. Danach helfen wir, die vielen Pakete in deren Sprinter umzuladen. Die Gespräche sind kurz: die Ukrainer wollen schnell die Ware nach Lemberg bringen. Ein schnelles Foto, ein knappes, aber umso herzlicheres Danke, dann geht es für uns wieder zurück, aber die polnischen Grenzer lassen uns erstmal 3 Stunden warten und filzen uns wie kriminelle Schmuggler. Da helfen auch unsere Schilder nichts.

Wir empfinden Erleichterung auf der Rückreise, aber auch Beklommenheit: während wir wieder zu unseren Familien zurückdürfen, müssen die anderen auch zurück, aber um ihr Land zu verteidigen; Stepan hat schon den Marschbefehl zugestellt bekommen. Wir übernachten im schönen Breslau mit seinen bunten Häuserfassaden und genießen das Feierabendbier, die Last fällt ab.

Bis wir wieder Sonntag abends gut behalten zu Hause ankommen, erkennt man: Die Ukraine liegt Deutschland so nah! Und man fragt sich: Wann und wie kann der Krieg enden? Was hilft es denn, was wir hier getan haben? Dankenswerter Weise schicken die Ukrainer nach Erhalt der Hilfsgüter Fotos. Wenn man dann sieht, dass den Menschen damit geholfen ist, dann wissen wir auch, dass es so wie wir es machen, richtig ist.

„How full is your tank?”

Dauerfrage des polnischen Zolls bei der Einreise in die EU, deren Hintergrund sich bis heute trotz mehrfacher Nachfrage nicht erschliesst.
Florian
Eine Aktion von Round Table, Old Tablers 82 Stuttgart und dem Helferkreis Garmisch.

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